Juli 2011
Sauberkeitsoffensive bei der Heiche Oberflächentechnik GmbH.
Das Thema Bauteilsauberkeit ist in kürzester Zeit zu einem wesentlichen Kriterium in den Anforderungen verschiedenster Branchen geworden. Es gibt kaum noch eine Bauteilzeichnung auf der nicht ein Grenzwert hinsichtlich Bauteilsauberkeit vermerkt ist. Die Fa.Heiche Oberflächentechnik GmbH ist von dieser Entwicklung in verschiedenster Weise betroffen. Heiche ist als Spezialist für Oberflächenbehandlungen von Metallen bekannt, wobei bevorzugt Leichtmetalle wie Aluminium und Magnesium, sowie Stahl und Zinkdruckguss mit einer Vielzahl von Vorbehandlungen und Beschichtungen ausgerüstet werden. Hierbei werden die Rohteile in der Regel in einem hinsichtlich der Bauteilsauberkeit völlig unbekannten Sauberkeitsgrad angeliefert und sollen nach den diversen Oberflächen-behandlungen bei Heiche das Werk in einem definierten Zustand der Bauteilsauberkeit wieder verlassen.
Um dies gewährleisten zu können ist bei Heiche ein Mehrstufenplan mit dem Thema „Sauberkeitsoffensive“ in Angriff genommen worden. Begonnen wurde bereits 2005, indem in die Bäder mit dem größten Schmutzeintrag, in der Regel die Entfettungsbäder, Mikrofiltrationen installiert worden sind. Im Rahmen einer Firmen-Gesamtanalyse wurden 2010 Produkte aller Produktionslinien auf Bauteilsauberkeit untersucht. Hierbei wurde entweder gemäß VDA-Band 19 oder nach kundenspezifischen Normen geprüft. Die meisten Untersuchungsergebnisse waren spezifikationsgerecht, aber hier muss klar konstatiert werden, dass es sich hierbei nur um Momentaufnahmen handelte. Um hinsichtlich Bauteilsauberkeit kontinuierlich spezifikationsgerecht produzieren zu können, müssen weitere, schmutzvermeidende Verbesserungen eingeführt werden. Und diese Verbesserungen betreffen nicht nur den Beschichtungsprozess an sich, sondern die gesamte Lieferkette der Bauteile vom Rohteilhersteller bis zum Endkunden. Um unseren Verantwortungsbereich von der Rohteilanlieferung bis zur Auslieferung der fertig beschichteten oder behandelten Teile hinsichtlich Bauteilsauberkeit richtig bewerten zu können, wird als nächste Stufe unserer Sauberkeitsoffensive ein Restschmutzlabor eingerichtet werden. Dazu werden in einem dafür lufttechnisch speziell ausgerüsteten Labor in einem Spülkabinett (s.Abb.2) Bauteile definiert vom anhaftenden Schmutz gereinigt. Die dabei gewonnene Reinigungslösung wird über Spezialfilter abfiltriert und nach der Trocknung der Filter werden die unter dem Mikroskop sichtbaren Partikel nach Größe und Häufigkeit mit einem entsprechenden Analysegerät (s.Abb.3) gemäß VDA-Band 19 ausgewertet. Diese Ausbaustufe unserer Sauberkeitsoffensive wird Ende 2.Quartal 2011 abgeschlossen sein.
Damit lassen sich die Kundenteile in jeder Phase des Bearbeitungsprozesses bei Heiche auf Bauteilsauberkeit untersuchen. Mit den daraus resultierenden Ergebnissen wird dann in der nächsten Stufe im Rahmen kontinuierlicher Verbesserungszyklen sowohl der Schmutzeintrag reduziert als auch die Reinigungsleistung im Behandlungsprozess optimiert werden.



